Fairer Konsum ist die Zukunft

Wieder einmal hat Primark es ganz nach oben in die Schlagzeilen geschafft. Die Berichte von in der Kleidung versteckten Hilferufen wegen unwürdiger Arbeitsbedingungen gehen durch die Medien. In einer heißt es sogar, das Kleidungsstück sei in einem chinesischen Gefängnis hergestellt worden, in dem die Menschen so hart „wie Ochsen und Pferde“ 15 Stunden am Tag für den Export arbeiten müssten.

Doch obwohl Echtheit und Herkunft besagter Botschaften ungeklärt ist, ist ihre Aussage deutlich. Die Umstände, unter denen Näherinnen für Primark produzieren, sind katastrophal und entsprechen nicht unseren Vorstellungen von menschlichen (oder fairen) Arbeitsbedingungen. Unvergessen ist auch der durch einen Brand ausgelöste Einsturz eines Fabrikgebäudes in Bangladesch. Vor einem Jahr starben dort, wo auch für Primark produziert wurde, über 1100 Menschen. Trotz Rissen im Gebäude wurden die Menschen zum Weiterarbeiten und somit zum Ausharren gezwungen.

Auch die kleine Protestwelle nach dem schrecklichen Unglück und die offensichtlich schlechte Qualität der Produkte halten die Kunden nicht vom Kaufen ab. Stetig steigt die Nachfrage und es entstehen auch in Deutschland immer neue Filialen der Billig-Modekette.

Es muss endlich umgedacht werden, denn fairer und intelligenter Konsum ist langfristig nicht nur ein Schutz des eigenen Geldbeutels, sondern auch Garantie für faire Arbeitsbedingungen und Schutz der Umwelt.
Die Sprecherin der Grünen Jugend Karlsruhe Lisa Merkens erklärt: „Es wird Zeit, dass sich die Konsumenten sich ihrer Verantwortung, aber auch ihrer Macht bewusst werden. Denn der Mächtigste in dieser Kette aus Angebot, Nachfrage und Ausbeutung ist, wer an ihrem Ende steht. Und das sind wir alle.“

„Nachhaltig Kleidung kaufen ist derzeit zumeist über das Internet möglich. Um einige Namen zu nennen, weisen wir auf Händler wie Avocadostore, Greenality, Grundstoff, Glore, Hessnatur, Woodlike, Zündstoff und weitere hin.“

Aktion zum Thema Asyl am 12. Juni

„Du kommst nicht rein!“

So steht es nicht nur auf unserem neuen Flyer, sondern eigentlich scheinen diese Worte auf jeder Grenzanlage zu stehen, die Flüchtlinge auf dem gefährlichen Weg in die EU überwinden müssen. Um auf die Fehler der aktuellen Asyl- und Flüchtlingspoltik aufmerksam zu machen, begannen wir bereits zu Beginn des Jahres eine Aktion zum Thema Asylpolitik zu planen.

Die Schwerpunkte legten wir dabei nicht nur auf die viel zitierte Asylpolitik der EU, sondern auch auf die Frage, wie es denn bei uns in Karlsruhe aussieht. Schließlich liegt bei uns die Landeserstaufnahmestelle (LEA). In der LEA werden zunächst alle Flüchtlinge aufgenommen, für die das Bundesland Baden-Württemberg zuständig ist. Doch die Asylsuchenden bleiben nicht lange. Sie werden schnell auf die Außenstellen Baden-Württembergs verteilt. Dort ist die Situation der Asylsuchenden jedoch besonders besorgniserregend. Es kommt nicht nur zu Protesten der alteingessenen Bevölkerung gegen neu eröffnete Außenstellen, auch haben die Flüchtlinge aufgrund des neunmonatigen Arbeitsverbots keine Aufgabe, der sie sich widmen können. Und selbst nach Ende der neun Monate ist es ihnen in den ersten vier Jahren beinahe unmöglich, eine Arbeit aufzunehmen.Denn innerhalb dieser Zeit muss jede Bewerbung eines EU-Bürgers auf dieselbe Stelle gegenüber der des Asylsuchenden bevorzugt werden. Obwohl diese Menschen keine Wahl haben, als sich diesen Regelungen zu beugen – sonst droht die unmittelbare Abschiebung – gibt es immer noch Menschen, die ihnen Faulheit vorwerfen. Um unter anderem darauf aufmerksam zu machen beschlossen wir, vorerst informieren zu wollen, und gestalteten deshalb einen Flyer zum Thema.

Am entscheidenden Tag drohte zwar das Wetter, vielleicht nicht unsere gesamte Aktion, aber zumindest die Flyer buchstäblich ins Wasser fallen zu lassen. Doch letzten Endes stand das Wetter – abgesehen vom Wind – doch auf unserer Seite und wir konnten zwei Stunden lang versuchen, zu informieren und mit den Leuten ins Gespräch zu kommen. Besonders die positiven Rückmeldungen vieler Passanten ermuntern uns dazu, die Aktion noch einmal zu wiederholen – an einem weniger windigen Tag vielleicht.

Grüne Jugend im Gemeinderat

Nach der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 steht das Ergebnis fest und mit Zoe Mayer (18) und Joschua Konrad (22) haben zwei Mitglieder der Grünen Jugend Karlsruhe für BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN den Sprung in den Gemeinderat geschafft.

”Wir sind sehr froh über den Einzug von Zoe und Joschua”, blickt die Pressesprecherin der Grünen Jugend Karlsruhe Lisa Merkens auf den Ausgang der Wahl zurück. Auch das Gesamtergebnis der GRÜNEN stimmt positiv. Zwar ist die Grüne Fraktion statt mit zehn Sitzen nun mit einem Sitz weniger vertreten, aber dies ist nicht dem geschuldet, dass weniger Menschen eine grüne Politik für Karlsruhe möchten. In absoluten Zahlen haben mehr Menschen grün gewählt als 2009. Nun wünschen sich knapp 20% der Wählerinnen und Wähler eine ökologische und soziale Entwicklung der Stadt Karlsruhe.

Die neuen jungen Stadträte sind bereits sehr gespannt auf die nun anstehende Arbeit im Gemeinderat. Joschua Konrad kommentiert hierzu: ”Mit so vielen Parteien wird es sicher kompliziert. Aber gleichzeitig bin ich sehr zuversichtlich, für gute Projekte neue Mehrheiten zu finden.” Auch Zoe Mayer freut sich bereits auf die anstehenden Aufgaben: ”Wir bedanken uns herzlich für das Vertrauen unserer Wählerinnen und Wähler. Die kommende Zeit wird anstrengend, aber mit Sicherheit nicht langweilig.”

Mitgliederversammlung der GJ KA vom 13.5.2014

Die GJ hat einen neuen Vorstand gewählt!

„Es gibt eine echte Wahl!“ oder „Dieses Jahr gibt es mehr Kandidaten als Stellen!“ waren die Sätze, die mir alle, die schon länger dabei sind als ich, immer wieder gesagt haben. In den letzten Jahren war es dagegen manchmal schwierig überhaupt genug motivierte Menschen für den Vorstand zu finden.

Daher war es auch eine sehr spannende Vorstandswahl mit sieben engagierten Bewerber_innen auf fünf Plätze im Vorstand. Einmal musste sogar – laut Satzung und zur Verwunderung aller – das Los entscheiden. Nicht unbedingt eine schöne und demokratische Lösung, da müssen wir für die Zukunft wohl etwas nachjustieren. Bisher haben wir nicht ernsthaft das Eintreten dieses Falles in
Erwägung gezogen. Positiv stimmt uns, dass wir auch dieses Mal jede Menge weiblicher Mitglieder haben, die Lust auf die Vorstandsarbeit haben, sodass wieder die Mehrheit des Vorstands weiblich ist.

Darüber hinaus wurden noch der und die RPJ-Delegierte gewählt, sowie über den Antrag zur Änderung der Geschäftsordnung bezüglich der harten Quotierungen von Redelisten abgestimmt. Dadurch, dass der Antrag – zwar knapp — abgelehnt wurde, beschlossen wir, noch ein weiteres Mal darüber zu diskutieren – unser nächstes Aktiventreffen bietet wohl viele Diskussionen. Neben den formalen Angelegenheiten steht dann auch noch die inhaltliche Ausrichtzung für das nächste Jahr
an.

Unser neuer Vorstand besteht aus folgenden Mitgliedern:
Annika Rudolph, Leonie Wolf, Lisa Merkens, Jonas Kittel, Michel von Czettritz und Neuhaus

Unsere Kandidat_innen stellen sich den Fragen des AStA

Unsere beiden studentischen Kandidat_innen Zoe Mayer (18) und Joschua Konrad (22) haben sich den Fragen des KIT-AStA gestellt.
Zoe studiert Wirtscahftsingenieurwesen im zweiten Semester und ist die jüngste Kandidatin, die dieses Jahr der Liste für die Gemeinderatswahlen antritt – auf Platz 7 der Liste der Grünen. Nach ihrem Abschluss möchte sie in der Erneuerbaren Energienbranche arbeiten. Auch die kommunale Energiewende ist ihr darum ein Grundanliegen, das sie im Gemeinderat voranbringen will. Ihr zweites Herzensthema ist der Tierschutz in Karlsruhe.
Joschua Konrad studiert Maschinenbau im sechsten Semester und kandidiert für die Grünen auf Platz 8 der Liste zur Gemeinderatswahl.
Seine politischen Schwerpunkte sind Finanzen, Soziales und Jugend. Daneben ist er Mitglied der IG Metall und der Gewerkschaftlichen Studierendengruppe Karlsruhe.

Die Fragen des AStA und die Antworten aller studentischer Kandidat_innen werden auch auf der AStA-Homepage veröffentlicht.

Warum hälst du es für wichtig, dass Studierende am 25.Mai zur Wahl gehen?

Zoe Mayer: Für die Kommunalwahlen gilt wie für jede andere Wahl – wer nicht wählen geht, verschenkt seine Stimme und muss sich mit der Wahl anderer abfinden. Kaum eine Entscheidung betrifft uns jedoch so unmittelbar wie die des Gemeinderats, denn sie gestalten die Stadt, in der wir leben.
In Karlsruhe gibt es knapp 40 000 Studierende, was einen Anteil von fast 15% der Karlsruher Bevölkerung ausmacht. Studentinnen und Stundenten prägen unser Stadtbild wie kaum eine andere Bevölkerungsgruppe und sind momentan trotzdem nicht im Gemeinderat repräsentiert. Dabei kann unsere Stadt für junge Menschen noch viel tun: Vom Ausbau des Fahrradverkehrs oder der Erschließung von günstigem Wohnraum bis zur Schaffung von neuen Freizeitmöglichkeiten (z.B. Grillmöglichkeiten in öffentlichen Parkanlagen).

Joschau Konrad: Gerade in einer Großstadt wie Karlsruhe sind die Gestaltungsmöglichkeiten der Kommunalpolitik größer als man denkt.
Zum Beispiel ein landesweites Semesterticket ist abhängig von der Zustimmung der Verkehrsverbünde. Auch Wohnraumförderung und die Förderung von Fuß-, Rad- und öffentlichem Personennahverkehr, auf die fast alle Studierenden angewiesen sind, hängen vom Gemeinderat ab.
Damit Karlsruhe ein gutes Wohn- und Studienumfeld für Studierende bietet, müssen sie zur Wahl gehen und entsprechend ihrer Interessen abstimmen.
Auch die europäische Ebene vereint zunehmend Kompetenzen und nimmt Einfluss auf das Leben aller Menschen in Europa. Damit Europa zusammenwächst und demokratischer wird, braucht das Parlament die Legitimation vieler Menschen.

Wie hast du dich bisher für Studierende eingesetzt?

ZM: Da ich gerade einmal mein erstes Semester an der Uni beendet habe, hatte ich noch kaum Gelegenheit mich aktiv in universitätspolitische Prozesse einzubringen.
Da ich allerdings seit knapp 4 Jahren parteipolitisch engagiert bin, habe ich schon viel getan, um junge Menschen politisch zu unterstützen. Dies fängt an bei der Organisation von jungpolitischen Veranstaltungen, bis zur Workshopleitung bei den Karlsruher Schülertagen oder der Teilnahme an Bildungsdemonstrationen. Allgemein lege ich bei meinen Handlungen großen Wert auf den Aspekt der Nachhaltigkeit und Generationengerechtigkeit.

JK: Ich bin Mitglied der Gewerkschaftlichen Studierendengruppe Karlsruhe, die sich unter anderem bemüht, Studierenden Orientierung in Sachen Nebenjobs und Berufseinstieg zu bieten. Außerdem kann man mich, wenn die Zeit es zulässt, auch mal hinter der Theke im AKK antreffen. In meiner Partei setze ich mich außerdem mit campusgrün für die Schaffung einer Zivilklausel, gegen Studiengebühren für Studierende aus dem Ausland und Gebühren auf den Besuch fachfremder Veranstaltungen ein.

In welcher Form möchtest du mit den Studierendenschaften zusammenarbeiten?

ZM: Mir wäre es ein großes Anliegen, mich mit den Studierendenschaften, als repräsentatives Organ der Studierenden, zu vernetzen. Als Studentin im Gemeinderat würde ich mich auch gerne als Ansprechpartnerin für studentische Belange verstehen. In welchem Rahmen Kooperationen stattfinden, hängt selbstverständlich aber auch im großen Maße vom Interesse der Studierendenschaften ab. Eine Möglichkeit sehe ich hierin beispielsweise in regelmäßigen Vernetzungstreffen, um über aktuelle Anliegen informiert zu bleiben und zu informieren.

JK: Ich möchte den Studierendenschaften stets ein offenes Ohr bieten und ihre Interessen in meiner Fraktion vertreten. Bereits vor meiner Kandidatur war ich im Gespräch mit dem AStA, um bei der Erarbeitung des Wahlprogramms zu wissen, wo der Schuh drückt.

Jeder Studierende mit Erstwohnsitz in Karlsruhe bringt ca. 1000 EUR an jährlichen Subventionen in die Stadtkasse. In welche konkreten Projekte sollen diese Mittel fließen? (Ideen wären: Kostenloses Semesterticket, Kitaplätze etc.)

ZM: Selbstverständlich ist es nicht möglich, die erwähnten Subventionen ausschließlich in neue Projekte zu investieren, da sie wie andere Haushaltsposten zum großen Teil der laufenden Finanzierungen dienen und fest einkalkuliert sind.
Einige konkrete Projekte, die mir beispielsweise aber sehr am Herzen liegen sind der bedarfsgerechte Ausbau von Kindertagesstätten, die Sanierung des städtischen Klinikums, eine zentrale Beratungsstelle für Prostituierte, den Neubau des deutlich maroden Hundehauses im Tierheim, die energetische Sanierung von öffentlichen Gebäuden, der weitflächige Ausbau des WLAN Netzes in der Innenstadt und weitere Projekte quer durch die verschiedensten Themengebiete. Verschwenderischen Großbauprojekten, wie der Kombilösung und dem städtisch finanzierten KSC-Stadion stehe ich dagegen kritisch gegenüber, da die kommunale Daseinsvorsorge bei unserem knappen städtischen Haushalt Priorität haben sollte.

JK: Die Stadt soll dem Studentenwerk vergünstigt Raum zur Errichtung weiterer Studierendenwohnheime zur Verfügung stellen. Außerdem sollen Radwege und der öffentliche Personennahverkehr (besonders nachts) ausgebaut werden.
Die Stadt soll Kulturangebote für junge Menschen stärker fördern. Für Studierende (wie auch für Auszubildende) sollen Kitaplätze vergünstigt angeboten werden. Für einkommensschwache Familien (und somit für die meisten Studierenden) sind sie bereits kostenlos. Perspektivisch soll das für alle Kinder gelten.

Wirst du dich für studentische Vergünstigungen in städtischen Einrichtungen einsetzen?

ZM: Als junge Studentin kenne ich das Gefühl sehr gut, knapp bei Kasse zu sein. Besonders bei Studierenden aus finanziell schlechter gestellten Familien ist das Monatsbudget oft sehr beschränkt. Ich halte es deshalb für notwendig studentische Vergünstigungen in städtischen Einrichtungen voranzutreiben, um jungen Menschen den Zugang zu Kultur- und Freizeitangeboten zu erleichtern.

JK: Für mich und für meine Fraktion sind diese Vergünstigungen selbstverständlich. Die Teilhabe einkommensschwacher Gruppen (auch über Studierende hinaus) am gesellschaftlichen Leben ist für mich ein zentraler Punkt in Sachen sozialer Gerechtigkeit.

Wie soll der soziale Wohnungsbau weiter vorangetrieben werden?

ZM: In Karlsruhe bedarf es dringend zusätzlicher Studentenwohnheimsplätze und der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum für Studierende. Zusammen mit der Volkswohnung könnte dieses Projekt mit kommunalen Haushaltsmitteln und Finanzmitteln des Landes realisiert werden. Da Wohnraum und Fläche aber ein knappes Gut sind bedarf es auch alternativer Konzepte, um ungenutzte Wohnpotentiale auszuschöpfen. Stichworte hierfür sind „Mehrgenerationenwohnen“ und „integrative Wohngemeinschaften“: Indem ältere Menschen sowie Unterstützungs- oder Pflegebedürftige sich dazu entschließen, Studierende in ihrer Wohnung aufnehmen, erhalten sie zum Beispiel im Haushalt notwendige Hilfen. Junge Menschen haben einen Vorteil durch die Kostenersparnis und wertvolle Erfahrungen im Umgang mit ihren MitbewohnerInnen. Die Stadt Karlsruhe könnte hierbei als Vermittlerin agieren und diese Form der Wohngemeinschaften vorantreiben.

JK: Die grundlegenden Instrumente hat der Gemeinderat mit den Stimmen der GRÜNEN bereits beschlossen. Mit KaWof (Karlsruher Wohnraumförderung) soll u. a. der Bau preisgünstigen Mietwohnraums finanziell gefördert werden. Mit KaI (Karlsruher Innenentwicklungskonzept) werden Bauträger die zukünftig in neugeplanten Wohngebieten bauen möchten verpflichtet anteilig geförderten Mietwohnraum zu bauen.
Die bisherige Höhe der bereitgestellten Haushaltsmittel wird bei weitem nicht ausreichen, um die Lücke im Bereich günstiger Mietwohnungen zu schließen. Daher will ich mich für eine Erhöhung der Haushaltsmittel zur Förderung des sozialen Wohnungsbaus einsetzen.

Wie kann studentischer Wohnraum besser mit öffentlichen Verkehrsmitteln und Fahrradwegen angebunden werden?

ZM: Vorzugsweise sind Wohngelegenheiten für Studierende in der Nähe von öffentlichen Verkehrsmitteln beziehungsweise zentrumsnah zu realisieren. Wenn entsprechende Flächen z.B. im Besitz der Stadt oder des Landes frei werden, sollte vorerst geprüft werden, ob an dieser Stelle studentischer Wohnraum geschaffen werden kann. Die Förderung des Umweltverbundes (zu Fuß-Gehen, Radfahren, ÖPNV) soll weiter gestärkt werden, in dem Wissen dass auch die vielen Studierenden in Karlsruhe zu den starken Nutzern dieser Angebote gehören.

JK: Da die meisten Studierenden gerne zentrumsnah wohnen möchten, versuchen wir gerade dort freiwerdende Flächen umzunutzen. Generell stehe ich, wie alle Grünen, dafür ein, Fuß-, Rad- und öffentlichen Personennahverkehr so gut wie möglich zu fördern. Gerade beim Nachtbus- und -bahnverkehr sehe ich noch starkes Ausbaupotenzial, damit man auch außerhalb gelegenen, günstigen Wohnraum jederzeit sicher erreichen kann.

In einer Stadt mit so vielen Studierenden wie Karlsruhe gibt es auch viel studentische Kultur. Leider werden die Auflagen der Stadtverwaltung seit Jahren immer weiter erhöht. Wie stehst du zur Förderung der studentischen Kultur und was wirst du gegen weitere Auflagen tun?

ZM: Von Seiten des Studentenwerkes gibt es bereits weitreichende Kooperationen mit dem Karlsruher Kulturamt. Weitere Möglichkeiten zu Förderung studentischer Kultur sehe ich zum Beispiel darin, die Anliegen der Studierenden zu sammeln und jährlich an den Kulturausschuss der Stadt zu übergeben, damit immer aktuell über eine optimale Förderung beraten werden kann. Ein Ansatzpunkt, um Barrieren abzubauen wäre ein Runder Tisch zur Entbürokratisierung von Genehmigungsverfahren für studentische Kulturveranstaltungen. Auch sollten Räumlichkeiten hierfür kostenlos oder verbilligt zur Verfügung stehen.
Auflagen, die z.B. Ruhezeiten betreffen sind meiner Meinung nach aus Rücksichtnahme gegenüber der Bevölkerung wichtig. Inwiefern Ausnahmeregelungen genehmigt werden können muss jedoch situativ beurteilt werden.

JK: Kulturförderung muss in meinen Augen vielfältig sein und muss weit über die Förderung prestigeträchtiger großer Einrichtungen hinausgehen. Kleine, junge und studentische Kulturvereine, die auch Abseits sogenannter Hochkultur arbeiten, bereichern in meinen Augen die städtische Kulturlandschaft viel stärker, als z. B. ZKM oder Staaatstheater das tun. Darüber hinaus können so allen Bevölkerungsgruppen Angebote gemacht werden.
Finanzielle und bürokratische Hürden sind für viele dieser kleinen Vereine nur schwer überwindbar. Deshalb müssen diese so weit wie möglich abgebaut werden und im Einzelfall muss eine unbürokratische, schnelle Lösung gefunden werden.

Wie willst du Minderheiten (studentische Eltern, Queers, körperlich oder geistig Benachteiligte, ausländische Studierende usw.) konkret fördern?

ZM: Karlsruhe soll eine Stadt sein, in der sich alle wohlfühlen können. Ein breites Angebot an Kindertageseinrichtungen auch im Bereich unter drei Jahren soll studentischen Eltern im Alltag helfen. Für Menschen mit Behinderung ist es wichtig, Barrieren abzubauen, seien sie baulicher Natur oder im Internetangebot der Stadt. Besonders zur derzeitigen Situation mit vielen Baustellen im Stadtgebiet, muss für körperlich benachteiligten Menschen das Mobilitätstraining der KVV ausgebaut und bekannt gemacht werden. Damit ausländische Studierende sich wohl fühlen und besser in Kontakt zu Deutschen kommen, könnte das Aktivbüro der Stadt Partnerschaften vermitteln, bei denen einheimische und ausländische Studierende ein Tandem bilden, um z.B. den Kontakt mit Behörden und Geldinstituten zu üben.

JK: Die Stadt soll einerseits eine verlässliche Partnerin sein, wenn es um die Unterstützung von Selbsthilfegruppen geht (z. B. durch Bereitstellung von Räumen). Hier können sich „Betroffene“ austauschen und gegenseitig beraten.
Andererseits muss die Stadt in allen Planungen berücksichtigen, dass einige Menschen nicht zur lauten Mehrheit gehören und besondere Bedürfnisse haben. Barrieren kann man z. B. in der Bürokratie abbauen, indem man sprachliche Barrieren abbaut (Übersetzung von Formularen in leichte und andere Sprachen), den Zugang zu bestehender Beratung ermöglicht (z. B. durch barrierefreies Bauen, angepasste Öffnungszeiten) und indem städtisches Personal auf die Bedürfnisse besonderer Gruppen aufmerksam gemacht und dahingehend fortgebildet wird.

Wie wirst du dich für die Gleichbezahlung in städtischen Betrieben einsetzen?

ZM: Auch städtische Einrichtungen sind an Tarifverträge gebunden und dürfen im Prinzip keine Ungleichbezahlung tolerieren. In der Realität ist Ungleichbehandlung aber nicht ausgeschlossen. Ist das Gehalt verhandelbar zeigen Studien, dass Frauen oft schlechter verhandeln und in der Konsequenz schlechter verdienen. Wichtig ist mir die Einsetzung von aktiven Gleichstellungsbeauftragten, die z.B. bei verhandelbaren Gehältern darauf achten, dass Frauen von vorneherein mindestens das Gehalt der männlichen Kollegen erhalten. Auch müssen Frauen stärker in Führungspositionen vertreten sein, um so ihr Ansehen zu steigern und ihr Arbeitsergebnis insgesamt mehr wertzuschätzen. Als gutes Werkzeug zur Frauenförderung sehe ich hier vor allem das Mittel der auf den Betrieb zugeschnittenen Förderprogramme, Quoten in städtischen Betrieben und einer zentralen Beschwerde- und Beratungsstelle.

JK: Die Entgelte die bei der Stadt Karlsruhe gezahlt werden sind im Tarifvertrag öffentlicher Dienst geregelt. In den Städtischen Tochtergesellschaften gelten die jeweils anwendbaren Tarifverträge. Um die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen zu schließen unterstützen wir gezielte Frauenfördermaßnahmen. Erst jüngst hat der Gemeinderat auf Antrag der Grünen beschlossen ein unternehmensübergreifendes Förderprogramm für weiblichen Führungskräftenachwuchs zu initiieren.

Kommunal-O-Mat online

Ab heute ist der Kommunal-O-Mat zur Kommunalwahl am 25. Mai online. Dort könnt ihr gucken, mit welchen Parteien ihr übereinstimmt und mit welchen nicht. Dazu könnt ihr die vorgeschlagenen Thesen mit ja, nein oder neutral beantworten und am Ende die Antworten vergleichen und auch noch zu jeder Frage eine kurze Begründung der Parteien lesen.

Der Thesenkatalog wurde von den Jugendparteien Grüne Jugend, Junge Liberale, Junge Union, Jusos und Linksjugend [‚solid] entworfen und wissenschaftlich unterstützt. Getragen wird das Projekt vom Stadtjugendausschuss Karlsruhe. Der Kommunalomat soll als Entscheidungshilfe dienen, gerade für die diesmal größere Zahl an Erstwähler_innen, da das Wahlalter auf 16 Jahre herabgesetzt wurde. Nutzen kann ihn aber jede_r!

Geht zur Wahl und stimmt für eine grüne Stadt Karlsruhe!

Grüne Jugend Karlsruhe lädt ein zum Politischen Speed-Dating mit Toni Hofreiter

Am Mittwoch, den 30.04 um 20:00 Uhr im Café Palaver (Steinstraße 23), lädt die Grüne Jugend GJ Karlsruhe zum politischen Speed-Dating ein. Die Veranstaltung ist für vor allem für interessierte Jugendliche und Erstwähler konzipiert, aber nicht nur – Menschen jeder Altersgruppe sind willkommen!

Als besonderen Gast begrüßen wir den Grünen Fraktionsvorsitzenden aus dem Bundestag, Toni Hofreiter. Außerdem werden Alexander Salomon, MdL, sowie die junggrünen Gemeinderatskandidaten Zoe Mayer und Joshua Konrad und der aktuelle Fraktionsvorstand im Gemeinderat anwesend sein.

Nach dem Rotationsprinzip, ähnlich wie beim klassischen Speed-Dating, erhalten die Teilnehmer die Chance in Kleingruppen alle Politiker kennenzulernen. Dieses politische Speed-Dating bietet die Möglichkeit zum offenen und ungezwungen Gespräch. Die Fragen und Themen bestimmen dabei die Teilnehmer – von politisch brisanten Themen bis zum Alltag des Politikers soll jeder die Möglichkeit erhalten, zu fragen und zu sagen, was ihn interessiert.

Für die richtige Stimmung wird Deep-House-DJ Bjørn Bjørnson sorgen, der zu Beginn und im Anschluss an die Gespräche auflegen wird.
„Viele junge Menschen dürfen jetzt zum ersten Mal wählen gehen – ab diesem Jahr auch schon alle 16-Jährigen. Wir wollen Erst- und Jungwähler der Kommunalwahl erreichen und ihnen zeigen, dass man mit Politikern auf Augenhöhe reden kann und soll.“ fasst Sarah Wilhelm, Sprecherin der GJ Karlsruhe zusammen.

Grüne Jugend demonstriert gegen geschmacklose Aktion der Schüler Union

Artgerechte Tierhaltung ist in Deutschland leider nicht die Regel. Die deutsche Massentierhaltung ist darauf ausgerichtet immer mehr Fleisch zu niedrigsten Preisen zu erzeugen. Diese Haltungsform ist mit Tierleiden, Krankheiten und hohem Antibiotikaeinsatz verbunden. In der Hühnerhaltung ist es beispielsweise erlaubt, Masthühner so dicht zu halten, dass am Ende der Mastzeit pro Quadratmeter 24 Hühner leben. Nur mit qualvollen Schnabelstutzungen wird das Tier so für die Haltungsform „zurechtgeschnitten“.

Die Grünen fordern in ihrem Bundestagswahlprogramm die Einführung eines fleischfreien Tages in öffentlichen Kantinen, um genannter Problematik entgegenzutreten und in diesem Zusammenhang darüber aufzuklären welche Folgen ein zu hoher Fleischkonsum für die eigene Gesundheit, Millionen von Schlachttieren, die Umwelt und die globale Ernährung hat.

Diese in den Medien wild diskutierte Forderung nach einem sogenannten Veggie Day, sah die Schülerunion (SU) Karlsruhe als Anlass auf dem Ludwigsplatz abgepackte Würstchen zu verteilen mit der Forderung, „sich von der Ökodikatur das Fleisch nicht verbieten zu lassen.“

Als drei DemonstrantInnen der Grünen Jugend (GJ) Karlsruhe mit einer Spontandemonstration neben dem Stand der SU gegen die Misstände in der Massentierhaltung konterte, rief der Vorsitzende der SU die Polizei. Dies war insofern überraschend, da er zuvor im Gespräch kein Problem mit der Aktion der Mitglieder der GJ sah.

„Die Grünen wollen niemanden bevormunden, sondern eine Empfehlung für den sogenannten Veggie Day aussprechen. Keine Kantine soll gegen ihren Willen gezwungen werden, teilzunehmen.“, so Zoe Mayer, Sprecherin der Grünen Jugend Karlsruhe.

Das CSU-geführte zuständige Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz unterstützt selbst z.B. den „Veggie-Tag Hannover“. „In einem so persönlichen Bereich wie Ernährung werden wir mit Zwang wohl kaum etwas verändern. Allerdings ist es im Interesse des Gemeinwohls und jeder Einzelnen und jedem Einzelnen, über individuelle und gesellschaftliche Nachteile verschiedener Ernährungsformen aufzuklären“, ist Ferdinand Gantert, Mitglied der GJ Karlsruhe, der Meinung.

„Anstatt Fakten und Inhalt präsentierte die SU Würstchen und den Einsatz von drei Polizei Streifen“, so Zoe Mayer. „Schade, dass die CDU-Jugend die Polizei benötigt um ihren Populismus zu verbreiten – erfolglos.“ Die Karlsruher Polizei reagierte wie gewohnt besonnen und konnte die Vorwürfe der SU nicht nachvollziehen. Um die SU zu beruhigen bat sie die Mitglieder der GJ Karlsruhe jedoch einige Meter Abstand zur SU zu halten. Dem leistete die Grüne Jugend selbstverständlich folge und konnte noch mit vielen Passanten ins Gespräch kommen.

Grüne Jugend Karlsruhe unterstützt „Recyclung“-Aktion

Es ist allgemein bekannt, dass unsere natürlichen Ressourcen begrenzt sind und der weltweite Hunger noch lange nicht besiegt ist. Umso erschreckender ist es, dass in Deutschland jährlich rund 11 Millionen Tonnen essbare Lebensmittel weggeworfen werden.

Um dieser Verschwendung entgegen zu wirken, müssen sowohl Handel als auch die Konsumenten umdenken. Mit „Recyclung“ (Recycling von Nahrung) planen „Konsum Global Karlsruhe“ und der „BUND Ortsverband Karlsruhe“ ein nachhaltiges Projekt, um genau dies zu erreichen.

„In Kooperation mit beteiligten Supermärkten holen freiwillige Helfer regelmäßig überschüssige Lebensmittel ab und verteilen sie direkt auf öffentlichen Plätzen“, gibt Robert Orzanna, ein Vertreter von Konsum Global Karlsruhe, auf der Homepage der Initiative bekannt. „Wir glauben, Lebensmittel sollen dort verwertet werden, wo sie benötigt werden: Beim Menschen, anstatt in der Tonne!“, heißt es dort weiter.

Dabei sollen die Passanten informiert und die Lebensmittel an überzeugte Gegner der Lebensmittelverschwendung, bedürftige Personen sowie an soziale Einrichtungen weitergegeben werden. Auch die Supermarktfilialen profitieren von der Initiative durch ein besseres Image, Einschränkung von Mülltauchern, sowie Einsparung von Lager- und Entsorgungskosten.

„Dieses Projekt hat unsere volle Unterstützung, weil es sich für Klima- und Ressourcenschutz in Karlsruhe einsetzt. Da auch wir uns schon lange gegen die Verschwendung von Lebensmitteln einsetzten, rufen wir dazu auf diese Aktion wahrzunehmen“, erklärt Sarah Wilhelm, Sprecherin der Grünen Jugend Karlsruhe.

GRÜNE JUGEND wählt Frauen-Vorstand

Am Dienstag den 14. Mai wählte die Grüne Jugend Karlsruhe ihren neuen fünfköpfigen Vorstand. Mit vier Sprecherinnen, Leonie Wolf, Sarah Wilhelm, Annika Rudolph und Zoe Mayer, und einem Sprecher, Lars Franke, wurde die eigene Frauen-Quote von zwei weiblichen Vorstandsmitgliedern weit übertroffen. Annika Rudolph übernimmt außerdem das Amt der Schatzmeisterin.
„Mit vier Sprecherinnen beweist unsere Organisation Frauenpower. Ich freue mich sehr auf die künftige Zusammenarbeit im neuen Vorstand und bin positiv überrascht, dass wir dieses Jahr so gut aufgestellt sind und im Vorstand vier neue Gesichter begrüßen dürfen“, so die wiedergewählte Sprecherin Zoe Mayer. Die im Bundestag zum wiederholten Male abgelehnte Frauen-Quote ist bei der GRÜNEN JUGEND längst Realität. „Wir zeigen mit diesem Ergebnis, dass es nicht an kompetenten Frauen, sondern an einer Förderung fehlt“ meint auch Leonie Wolf, neue Sprecherin der GRÜNEN JUGEND Karlsruhe.
Für die einjährige Amtszeit des neuen Vorstandes stehen bereits einige Projekte auf dem Plan. Aktionen zu Themen wie Konsum und Sexualität, ein grenzübergreifender Protest am Atomkraftwerk Fessenheim, sowie ein Weiterbildungsseminar zur Rhetorik kommen gerade ins Laufen.

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