Wieder einmal hat Primark es ganz nach oben in die Schlagzeilen geschafft. Die Berichte von in der Kleidung versteckten Hilferufen wegen unwürdiger Arbeitsbedingungen gehen durch die Medien. In einer heißt es sogar, das Kleidungsstück sei in einem chinesischen Gefängnis hergestellt worden, in dem die Menschen so hart „wie Ochsen und Pferde“ 15 Stunden am Tag für den Export arbeiten müssten.

Doch obwohl Echtheit und Herkunft besagter Botschaften ungeklärt ist, ist ihre Aussage deutlich. Die Umstände, unter denen Näherinnen für Primark produzieren, sind katastrophal und entsprechen nicht unseren Vorstellungen von menschlichen (oder fairen) Arbeitsbedingungen. Unvergessen ist auch der durch einen Brand ausgelöste Einsturz eines Fabrikgebäudes in Bangladesch. Vor einem Jahr starben dort, wo auch für Primark produziert wurde, über 1100 Menschen. Trotz Rissen im Gebäude wurden die Menschen zum Weiterarbeiten und somit zum Ausharren gezwungen.

Auch die kleine Protestwelle nach dem schrecklichen Unglück und die offensichtlich schlechte Qualität der Produkte halten die Kunden nicht vom Kaufen ab. Stetig steigt die Nachfrage und es entstehen auch in Deutschland immer neue Filialen der Billig-Modekette.

Es muss endlich umgedacht werden, denn fairer und intelligenter Konsum ist langfristig nicht nur ein Schutz des eigenen Geldbeutels, sondern auch Garantie für faire Arbeitsbedingungen und Schutz der Umwelt.
Die Sprecherin der Grünen Jugend Karlsruhe Lisa Merkens erklärt: „Es wird Zeit, dass sich die Konsumenten sich ihrer Verantwortung, aber auch ihrer Macht bewusst werden. Denn der Mächtigste in dieser Kette aus Angebot, Nachfrage und Ausbeutung ist, wer an ihrem Ende steht. Und das sind wir alle.“

„Nachhaltig Kleidung kaufen ist derzeit zumeist über das Internet möglich. Um einige Namen zu nennen, weisen wir auf Händler wie Avocadostore, Greenality, Grundstoff, Glore, Hessnatur, Woodlike, Zündstoff und weitere hin.“