„Du kommst nicht rein!“

So steht es nicht nur auf unserem neuen Flyer, sondern eigentlich scheinen diese Worte auf jeder Grenzanlage zu stehen, die Flüchtlinge auf dem gefährlichen Weg in die EU überwinden müssen. Um auf die Fehler der aktuellen Asyl- und Flüchtlingspoltik aufmerksam zu machen, begannen wir bereits zu Beginn des Jahres eine Aktion zum Thema Asylpolitik zu planen.

Die Schwerpunkte legten wir dabei nicht nur auf die viel zitierte Asylpolitik der EU, sondern auch auf die Frage, wie es denn bei uns in Karlsruhe aussieht. Schließlich liegt bei uns die Landeserstaufnahmestelle (LEA). In der LEA werden zunächst alle Flüchtlinge aufgenommen, für die das Bundesland Baden-Württemberg zuständig ist. Doch die Asylsuchenden bleiben nicht lange. Sie werden schnell auf die Außenstellen Baden-Württembergs verteilt. Dort ist die Situation der Asylsuchenden jedoch besonders besorgniserregend. Es kommt nicht nur zu Protesten der alteingessenen Bevölkerung gegen neu eröffnete Außenstellen, auch haben die Flüchtlinge aufgrund des neunmonatigen Arbeitsverbots keine Aufgabe, der sie sich widmen können. Und selbst nach Ende der neun Monate ist es ihnen in den ersten vier Jahren beinahe unmöglich, eine Arbeit aufzunehmen.Denn innerhalb dieser Zeit muss jede Bewerbung eines EU-Bürgers auf dieselbe Stelle gegenüber der des Asylsuchenden bevorzugt werden. Obwohl diese Menschen keine Wahl haben, als sich diesen Regelungen zu beugen – sonst droht die unmittelbare Abschiebung – gibt es immer noch Menschen, die ihnen Faulheit vorwerfen. Um unter anderem darauf aufmerksam zu machen beschlossen wir, vorerst informieren zu wollen, und gestalteten deshalb einen Flyer zum Thema.

Am entscheidenden Tag drohte zwar das Wetter, vielleicht nicht unsere gesamte Aktion, aber zumindest die Flyer buchstäblich ins Wasser fallen zu lassen. Doch letzten Endes stand das Wetter – abgesehen vom Wind – doch auf unserer Seite und wir konnten zwei Stunden lang versuchen, zu informieren und mit den Leuten ins Gespräch zu kommen. Besonders die positiven Rückmeldungen vieler Passanten ermuntern uns dazu, die Aktion noch einmal zu wiederholen – an einem weniger windigen Tag vielleicht.