Warum haben wir denn überhaupt eine Feminismus-Debatte? Können wir nicht einfach sagen, alle Menschen sind gleich, unabhängig vom Geschlecht? Das Gender-Sternchen eine Selbstverständlichkeit, keine Lücke bei der Bezahlung und Parität in den Berufen?

Viele machen es sich so einfach, aber so darf es  nicht in einer pluralistischen Demokratie sein. Deswegen brauchen wir eine gesunde Informationskultur, Diskussionen und öfters auch ein Streitgespräch. Genau darum sind wir als Grüne Jugend (GJ) das Thema beim Aktiventreffen am 13.04.2021 gemeinsam mit der GJ Stuttgart angegangen.

Aber keinesfalls in der Form eines trockenen Online-Vortrags. Der Vorstand der GJ Karlsruhe hat sich etwas einfallen lassen, um mehr Interaktion und Elan zu ermöglichen. Ein feministisches Pub-Quiz, mit den Mitgliedern der Ortsgruppe in Karlsruhe sowie Stuttgart und wichitgen Fragen wie:

Woher kommt das Wort Feminismus, wann wurde es zum ersten Mal verwendet? Welche Frauenbewegungen gab es in der Geschichte? Wer sind die Suffragetten?

Aufgeteilt in Kleingruppen wurden die Fragen beantwortet. Nicht immer konnte man sich auf eine sinnvolle Antwort einigen, so waren manche Gruppen der Ansicht, das Zitat: „Ich erhebe meine Stimme – nicht um zu schreien, sondern um für die zu sprechen, die keine Stimme haben.“ stamme von der Queen oder Helene Fischer. Auch der Begriff Suffragetten wurde diskutiert, u.a. die Möglichkeit, dass es sich beim Quiz um einen Rechtschreibfehler handeln muss und eigentlich die Suff-Fregatten gemeint seien. Das ist das schöne bei uns, jeder kann seiner Meinung freien lauf lassen und es wird darüber eine freundliche und sinnvolle Diskussion geführt.

Nach knapp 2 Stunden ging die Pub-Quiz-Challenge zu Ende und konnte mit der Kür einer Siegergruppe gelungen abgeschlossen werden. Im Anschluss ging es noch, wie nach den meisten Aktiventreffen der GJ, in eine freie Diskussions- und Spielerunde, mit dem einige Mitglieder den Abend abgerundet haben.

Wen es jetzt in den Fingern kitzelt, sich selbst einmal an das Pub-Quiz zu machen, die werden hier fündig: Wir haben das Quiz online zur Verfügung gestellt, sodass jeder sein Wissen testen kann. Bist du auch so fit im Umgang mit dem Thema Feminismus, probier es ruhig aus – Viel Spaß!

Feministisches Pub Quiz

In einer von Alice Schwarzer initiierte Aktion „Ich habe abgetrieben“, bekannten sich 374 prominente und nicht prominente Frauen zu einer illegalen Abtreibung, das heißt gegen den Paragrafen 218 verstoßen zu haben. Mit der Entwicklung einer neuen linken Bewegung in der Bundesrepublik formierte sich Ende der 1960er Jahre auch die Frauenbewegung neu. Zentrale Forderung: die Streichung des „Abtreibungsparagrafen“ 218 im Strafgesetzbuch. Die Aktion erregte großes Aufsehen in West-Deutschland, weil sie erstmals öffentlich das Tabuthema Abtreibung ansprach und die Gründung mehrerer feministischer Gruppen anregte, die sich gegen den Paragrafen 218 engagierten. Fünf Jahre später wurde das strikte Abtreibungsverbot im StGB durch eine Fristenlösung ersetzt.
Accordion SamplAls „toxische Männlichkeit“ werden falsche Vorstellungen über Männer bezeichnet. Es geht um die noch immer vorherrschende Idee, wie Männer „zu sein haben“: Sie dürfen keine Schwäche oder Gefühle zeigen, müssen sich ihren Platz in der Welt verschaffen (zum Beispiel durch Mutproben oder Rituale) und sind selbst keine Opfer von Missbrauch. Wenn Männer ihr Handeln nach solchen Vorurteilen ausrichten oder von ihnen erwartet wird, dass sie so handeln, spricht man von „Toxic Masculinity“ – und meint, dass Männer, die dieser Idealvorstellung nicht entsprechen, darunter leiden. e Description
Der Frauenanteil im Deutschen Bundestag ist mit der Bundestagswahl 2017 sogar gesunken. Heute sind weniger als ein Dritter der Abgeordneten Frauen. Das bedeutet, dass Frauen deutlich schlechter repräsentiert werden, ihre Ansichten und Interessen eine untergeordnete Rolle in politischen Debatten und Entscheidungen spielen. In den Fraktionen von CDU, FDP und AFD, liegt der Frauenanteil sogar nur bei 19,9 %, 23,8 % und 10,9 %.
Es steht für den Allgemeinen Deutschen Frauenverein (ADF). Dieser war der erste Frauenverein in Deutschland, er wurde am 18. Oktober 1865 durch Louise Otto-Peters und Auguste Schmidt in Leipzig gegründet. Eines der Hauptziele des Vereins war es, Bildungschancen für Frauen zu verbessern und deren Berufstätigkeit zu fördern. Der Frauenverein forderte ein Recht auf Arbeit und die Einrichtung von Industrie- und Handelsschulen für Mädchen sowie gleichen Lohn für gleiche Arbeit. Der ADF war eine der größten und erfolgreichsten Selbsthilfeorganisation von Frauen in Deutschland, deren Geschichte bislang nur in Ansätzen erforscht ist. Der Verein, der von 1865 bis 1933 existierte, gilt als „das Herz und in gewisser Weise auch das Gehirn der deutschen Frauenbewegung“.
Die „Gender Data Gap“ bezeichnet eine geschlechtsbezogene Datenlücke. Sie zeigt, dass die überwiegende Mehrheit an gesammelten wissenschaftlichen Daten über Männer sind. Ob in der Wirtschaft, in der Medizin, am Arbeitsplatz, in der Stadtplanung oder in der Technik: Der männliche Körper und die männliche Lebenserfahrung werden als genderneutral verstanden, sodass der Durchschnittsmensch ein Mann ist. Doch fast alle Daten lassen sich nicht einfach auf FINT*-Personen übertragen. Diese entstandene Wissenslücke liegt der kontinuierlichen und systematischen Diskriminierung von FINT*-Personen zugrunde und erzeugt eine unsichtbare Verzerrung, die sich stark auf das Leben von Personen auswirkt, die nicht dem Durchschnittsmann entsprechen. Es kann sich dabei zwar auch um Kleinigkeiten handeln. Doch das Unsichtbarsein von FINT*-Personen kann für diese, wenn sie krank sind oder Auto fahren, ziemlich gefährlich werden.
Von der Kinder- und Frauenrechtskämpferin Malala Yousafzai. Schon mit 11 Jahren fing sie an sich für die Rechte von Frauen und Kindern einzusetzen. Die, für die westliche Welt, unverständliche Unterdrückung von Frauen durch die Taliban in Pakistan machte die Webseite des TV-Senders BBC zum Thema. In dem Blog "Gul Makai" (Kornblume) beschrieb Malala in kurzen Notizen zehn Wochen lang, wie die Taliban die Menschen unterdrückten. Sie erzählte von Selbstmordattentaten, Angst und Trauer und insbesondere von Mädchen, die nicht mehr zur Schule gehen durften. Innerhalb kürzester Zeit wurde sie weltweit berühmt: Sie trat in Fernsehshows auf und gab Interviews zu den Themen Bildung und Frauen. Als eine der wenigen traute sie sich in die Öffentlichkeit. Als Reaktion der Taliban wurde sie daraufhin angeschossen und lebensbedrohlich verletzt. Das furchtbare Attentat ging für die Taliban trotzdem nach hinten los: Denn es verhalf der jungen Freiheitskämpferin zu noch mehr Berühmtheit. Malala gilt seither für Frauen weltweit als Symbolfigur für Freiheit und Bildung. Mittlerweile lebt sie in Großbritannien. Für ihr Engagement hat sie 2014 den Friedensnobelpreis verliehen bekommen. Im Jahr 2017 wurde Malala Yousefzai zur UN-Friedensbotschafterin ernannt.
Die erste Frauenrechtlerin, die den Begriff als Selbstbeschreibung gebrauchte, war 1882 die Französin Hubertine Auclert (Übertine Oklär). Auf dem Internationalen Kongress für Frauenwerke und Frauenbestrebungen im September 1896 in Berlin, debattierten 1700 Teilnehmerinnen aus Europa und den USA über den Stand der Frauenfragen. Die französische Delegierte Eugénie Potonié-Pierre (Öginie Pötonje-Pierre) informierte die Presse über den Begriff Feminismus und was er bedeutet. Von da an fand er zunehmend internationale Verbreitung.
Im „Transsexuellengesetz“ waren die „dauerhafte Fortpflanzungsunfähigkeit“ und die geschlechtsangleichende Operation als Bedingungen für eine juristische Transition. Trans* Personen wurden damit in eine alternativlose Lage gedrängt. Es gibt rund 10.000 betroffenen trans* Personen in Deutschland, die sich zwischen 1981 und 2011 zwangsweise sterilisieren lassen mussten. Erst 2011 erklärte das Bundesverfassungsgericht, dass ungewollte Sterilisationen und erzwungene Geschlechtsangleichungen, wie im TSG enthalten, grundrechtswidrig sind. Die Regelung verstieß gegen das Recht auf die freie Entfaltung der Persönlichkeit und das Recht auf körperliche Unversehrtheit. Hinzu kam die Botschaft, die so ein Gesetz vermittelte: Fortpflanzung von trans* Personen unerwünscht. Bis heute kam jedoch vonseiten der Bundesregierung keine Entschuldigung oder Entschädigung für das verfassungswidrige Gesetz.
Als „Cat-Calling“ bezeichnet man es, wenn ein Mann in der Öffentlichkeit ungebetene, oft sexuelle oder anzügliche, Kommentare über eine Frau oder ihren Körper macht. Betroffene Frauen sehen darin einen Übergriff und kritisieren, dass ihr Körper dadurch objektiviert wird. Die Niederländerin Noa Jansma dokumentiert auf ihrem Instagram-Account @dearcatcallers solche unerwünschten Kommentare, die ihr hinterhergerufen wurden.
Im Jahr 2015 wurde Gala-Chefredakteurin Anne Meyer-Minnemann in einem Interview von Medienbranchendienst-Gründer Peter Turi gefragt. Er interessierte sich ebenfalls dafür, wie sie als "Karrierejournalistin nebenbei noch zwei Kinder großziehe". Anne Meyer-Minnemann arbeitet seit 15 Jahren bei Gala und ist dort seit Ende 2014 Chefredakteurin der Zeitschrift.
Intersektionaler Feminismus versucht, verschiedene Formen von Diskriminierung mitzudenken und möglichst viele unterschiedliche Perspektiven zu berücksichtigen. Warum ist das wichtig? Viele denken beim Begriff Feminismus an das Frauenwahlrecht (gibt es seit 1918), oder das geänderte Sexualstrafrecht („Nein heißt Nein!“ seit 2016), oder das Recht auf Abtreibung (gibt es in Deutschland noch nicht). Das sind wichtige Punkte, für die Feminist_innen seit langer Zeit kämpfen. Aber: Es gibt andere feministische Themen, die nicht so viel Aufmerksamkeit bekommen. Die betreffen häufig keine weißen Frauen aus der Mittelschicht, sondern arme, schwarze, behinderte, und queere Frauen, inter* und trans* Personen. Zum Beispiel kämpfen Asylbewerber_innen, arme und behinderte Frauen häufig für das Recht, Kinder bekommen zu dürfen und in der Schwangerschaft eine gute medizinische Versorgung zu bekommen. Das alles versucht ein intersektionaler Feminismus mitzudenken.
Als „Mansplaining“ bezeichnet man herablassende Erklärungen von Männern, die grundsätzlich annehmen, dass das Gegenüber, meist eine Frau, weniger über das angesprochene Thema weiß. Der Begriff wird insbesondere für Situationen angewendet, in denen sich die Frau aufgrund ihrer beruflichen Erfahrung oder ähnlichem tatsächlich gut auskennt, der Mann sich davon aber nicht abbringen lässt, seine Erklärung abzugeben. Betroffene sehen darin ein Machtgefälle und kritisieren, dass Frauen dabei ihre Kompetenz abgesprochen wird. Der Begriff ist nach der Veröffentlichung eines Essays der amerikanischen Autorin Rebecca Solnit im Jahr 2008 entstanden. Darin schildert Solnit, wie der männliche Gastgeber einer Party sich über ein von ihr geschriebenes Buch auslässt, obwohl er dieses nicht gelesen hatte. Auch der Hinweis, es handele sich um Solnits Buch, stoppte ihren Gesprächspartner nicht. Der Begriff „Mansplaining“ für dieses Verhalten tauchte später im Internet auf.
Den Bechdel-Test machte 1985 die amerikanische Cartoon-Zeichnerin und Autorin Alison Bechdel in ihrem Comic Dykes to Watch Out For (deutsch Bemerkenswerte Lesben) bekannt. Er ist kein wissenschaftlicher Test, wird jedoch herangezogen, um Stereotypisierungen weiblicher Figuren in Spielfilmen wahrzunehmen und zu beurteilen. Der Test soll darauf aufmerksam machen, dass Frauen in Hauptrollen deutlich unterrepräsentiert sind: In 500 Top-Filmen von 2007 bis 2012 war ein Drittel der Hauptrollen mit Frauen besetzt. Das durchschnittliche Verhältnis von männlichen zu weiblichen Akteuren betrug 2,5 zu 1. 2014 waren in den 100 umsatzstärksten Filmen lediglich zwölf Prozent der deutlich erkennbaren Protagonisten weiblich. Der Bechdel-Test besteht aus drei einfachen Fragen. Werden sie positiv beantwortet, hat der Film den Test bestanden. 1. Gibt es mindestens zwei Frauenrollen? 2. Sprechen sie miteinander? 3. Unterhalten sie sich über etwas anderes als einen Mann? In jüngeren Varianten des Tests wird zusätzlich gefragt, ob die beiden Frauen im Film einen Namen haben.
Der Frauenanteil liegt bei 21 %. Durch Film und Fernsehen werden bestehende Frauenrollen weiter verstärkt. Durch männliche Regiesseure werden männliche Perspektiven auf die Welt reproduziert. So sind etwa nicht dem Schönheitsbild entsprechende oder ältere Frauen auf den Leinwänden kaum sichtbar. Frauen sind in auch in anderen Bereichen der Film- und Kreativwirtschaft unterrepräsentiert.
Ist ein Schlüsselzitat aus dem Buch das andere Geschlecht von Simone de Beauvoir. Das andere Geschlecht gilt als Standardwerk und Ausgangspunkt der feministischen Philosophie. Lange vor Aufbruch der Neuen Frauenbewegung hatte Simone de Beauvoir 1949 in ihrem viel beachteten Werk die weibliche Lebenssituation ausführlich analysiert. Die Verschiedenheit der Geschlechter, die gleichzeitig als Rechtfertigung der Unterdrückung der Frau dient, ist nach de Beauvoir nicht natur-, sondern kulturbedingt. Die Konstruktion der Frau als das andere Geschlecht lasse sich nur aus den jeweils herrschenden Moralvorstellungen, Normen und Sitten einer Kultur erklären. Beauvoir ruft in ihrem Buch die Frauen dazu auf, sich nicht mit ihrem Status als Ergänzung des Mannes zufriedenzugeben und ihre Gleichstellung in der Gesellschaft in jeder Hinsicht zu beanspruchen.
Als Suffragetten (von englisch/französisch suffrage „Wahlrecht“) wurden Anfang des 20. Jahrhunderts mehr oder weniger organisierte Frauenrechtlerinnen in Großbritannien bezeichnet. Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts existierten in Großbritannien etliche Vereine, die sich alle dem Kampf für das Frauenwahlrecht verschrieben hatten. Die Bewegung fand Zulauf aus allen Schichten. Nachdem in Australien Frauen 1902 das Wahlrecht erhielten, schlossen sich britische Frauenrechtlerinnen, die sich mit der anhaltenden Erfolglosigkeit ihrer Bemühungen nicht länger abfinden wollten, in Manchester zur Women’s Social and Political Union (WSPU) zusammen. Bereits in den Gründungsstatuten einigte man sich auf einen neuen, radikaleren Kurs. "Deeds not words", "Taten statt Worte" war der neue Slogan. Emmeline Pankhurst und ihre Töchter Christabel und Sylvia waren die führenden Köpfe der neuen Bewegung. Anfangs versuchten die Aktivistinnen der WSPU durch gezielte Störaktionen bei politischen Versammlungen Aufmerksamkeit zu bekommen. Es erfolgten erste Verhaftungen. Im Jahr 1906 bezeichnete ein Journalist in der Zeitung Daily Mail die Frauenwahlrechts-Aktivistinnen als "Suffragetten". Der Name, von der englischen Vokabel Suffrage (Stimmrecht) abgeleitet, war durchaus abschätzig gemeint. Er wurde aber zu einem politischen Markenzeichen mit beispielloser Breitenwirkung.
Das steht für trans ausschließenden Radikalfeminismus. TERFs behaupten, dass es nur zwei Geschlechter gibt und dass die durch körperliche Merkmale voneinander zu unterscheiden sind. Sie leugnen, dass es Geschlechtsidentitäten gibt, die nicht zum biologischen Geschlecht passen oder nur zum Teil oder fluid sind. Sie halten trans* Männer für biologische Frauen, die das Patriarchat nicht mehr ausgehalten haben und trans* Frauen für Männer, weil sie biologisch keine Frauen sind. Sie sind vor allem trans-misogyn und weigern sich trans Frauen als Frauen anzusehen und leugnen so deren Identität und Existenz. Sie wollen nicht mit trans Personen gemeinsamen Aktivismus machen, misgendern sie absichtlich und schließen trans Frauen aus Räumen und Organisationen für Frauen aus. TERF ist dabei eine Zuschreibung und wird von Frauen, die trans*Personen ausschließen, nicht als Selbstbezeichnung verwendet. Eine bekannte Vertreterin von TERF ist J.K. Rowling.
1911 – Erster Internationaler FrauentagClara Zetkin schlug 1910 die Einführung eines Internationalen Frauentages vor. Die Vereinten Nationen erkoren später den 8. März als Datum aus. Er entstand als Initiative sozialistischer Organisationen im Kampf um die Gleichberechtigung, das Wahlrecht für Frauen und die Emanzipation der Arbeiterinnen. Hierfür setzte sich auch Rosa Luxemburg (1871–1919) besonders ein.
Die Orgasmuslücke oder Lustlücke ist ein soziales Phänomen, das sich auf die allgemeine Ungleichheit zwischen heterosexuellen Männern und Frauen in Bezug auf die sexuelle Befriedigung bezieht - insbesondere auf die ungleiche Häufigkeit des Erreichens eines Orgasmus bei sexuellen Begegnungen. Das heißt die männlich dominierte Vorstellung von Sex, die damit geringere Wahrscheinlichkeit für eine Frau zum Orgasmus zu kommen und der männliche Orgasmus als Ziel von Sex. Für viele Frauen ist ihr Körper durch familiäre oder gesellschaftlich vermittelte und über Generationen weitergegebene Scham kein guter Ort. Man sei untenherum dreckig und man wird erzogen seinen Körper zu verstecken, es gibt kaum schöne Begriffe für die weiblichen Geschlechtsorgane, durch die Bezeichnung der Periode als etwas unschönes, schmerzhaftes und dreckiges kommt es zu einem negativen Körpergefühl und in der Folge auch zu vermehrten psychosomatischen Beschwerden bei Frauen; Selbstbefriedigung wird oft noch als etwas Anstößiges, Verbotenes bezeichnet. Viele Frauen befriedigen sich aus Scham nicht selbst und wissen so nicht, was ihnen gefällt und was nicht. so wird es schwer in der Sexualität mit anderem Menschen Grenzen zu setzen und zu artikulieren, was man mag! Nur durch eine positive Körperwahrnehmung kann eine positiv erlebte Sexualität entstehen!
„Stealthing“ wird als Begriff für das nicht abgesprochene Entfernen des Kondoms während dem Sex verwendet. In Deutschland erregte der Fall eines 37-jährigen Polizisten Aufmerksamkeit, der beim Geschlechtsverkehr heimlich das Kondom abgezogen hat, ohne dass das mit der Frau abgesprochen war. In Berlin beurteilte das Gericht die Tat als sexuellen Übergriff, das Kieler Amtsgericht hob das Urteil später auf. In der Schweiz wurden zwei Männer, die ähnlich vorgingen, freigesprochen.
Der Frauenanteil in den deutschen Unternehmensvorständen ist kaum gewachsen. Diese besonders gut bezahlten, sehr verantwortlichen Posten sind nur zu 10 % mit Frauen besetzt. Auch in den direkt unter den Vorstandsebenen liegenden Managementebenen sind die Frauenanteile noch immer gering - viele Unternehmen beschweren sich zwar über den geringen "Pool" an möglichen Kandidatinnen für Vorstandspositionen, arbeiten aber häufig selbst nicht daran diesen zu erweitern und erschweren Frauen, z.B. durch fehlende Vereinbarkeit, die Arbeit.
1918 – FrauenwahlrechtAls großer Erfolg der ersten Frauenbewegung wurde das aktive und passive Wahlrecht für alle Bürgerinnen ab 21 Jahren in der Weimarer Verfassung verankert. Bei den Wahlen im Januar 1919 gab es 90 Prozent Wahlbeteiligung der Frauen und zehn Prozent weibliche Abgeordnete im Parlament. Für das Frauenwahlrecht war zuvor lange gekämpft worden. Gleichzeitig mit dem Wahlrecht wurde der Abbau der Geschlechtsvormundschaft beschlossen: die Vormundschaft der Väter über mündige, unverheiratete Frauen und die Vormundschaft des Ehemannes.
Beim „Victim Blaming“ werden Opfer von sexuellem Missbrauch selbst für das Vergehen beschuldigt. Es wird behauptet, das Opfer habe die Tat ganz oder zum Teil durch sein Verhalten oder seine Kleidung zu verantworten oder gutgeheißen – der kurze Rock, das tiefe Dekolleté. Man spricht auch von „Täter-Opfer-Umkehr“. Bekannt ist dieser Begriff aus der US-amerikanischen Justiz. Strafverteidiger nutzen diese Taktik, um Angeklagte in Vergewaltigungsprozessen zu entlasten. Besonders problematisch wird diese Taktik in Fällen gesehen, in denen Aussage gegen Aussage steht und Opfer ihre Ablehnung nicht eindeutig durch Taten oder Aussagen beweisen können.